Adventsgedicht 1/Dezember

Der Planet ward alt. Hat duennes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versaeumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingetraeumt.
Uns kommt nicht retten eine Fee.

Noch waechst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und alles vergeht.
Ist alles Wahn. Kennt wer Sinn?
Nuetzt nichts, dass man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blueht in jedem Haus
der goldengruene Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefuehlt,
wie diese Welt untergeht.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
der Planet ist angezaehlt.

Bald trifft das Jahr der zwoelfte Schlag.
Es koennte wohl der letzte sein:
„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
es koennt der Deine sein.“

Frei nach Erich Kästner

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