Der 3239ste Blogbeitrag, Gastbeitrag eines Toten von Helmut (Ebu) Estevez Milan

Ausser das zwischen uns sieben Jahre Alterunterschied liegen, die sich in den verschiedenen Entwicklungen niederschlugen, trennten uns auch die unterschiedlichen Gene unserer Erzeuger. Familiengefühl und Zusammenhalt, so wie soziales Verhalten und Gerechtigkeitssinn wurden durch unsere Mutter geprägt.
Du, mein Bruder, bist extrovertiert, immer tiefgründiger und interessierter gewesen, ich doch recht introvertiert und pragmatisch. All unsere „kleinen Konflikte“ will ich aber hier nicht aufzählen.
Ich fand es toll und danke dir heute noch dafür, daß du für unsere Mutter Zeit und die Kraft hattest, sie auf ihrem Sterbeweg zu begleiten.
Ich hatte immer definierte Ziele für meine Lebensabschnitte. Viele habe ich erreicht, einige sind leider fehlgeschlagen und wenige davon konnte ich wieder korrgieren. Aber der Mensch ist nicht ohne Fehler.
Für meine Familie:
Dir Tamara wünsche ich noch viele glückliche Jahre ( >80?!!! ). Behalte mich nicht nur negativ in Erinnerung;-)
Meinen Töchtern und Enkeln wünsche ich ein langes gesundes, glückliches Leben und daß alle ihre Träume und Wünsche in Erfüllung gehen
Und dir mein Bruder, daß du deine mittelfristigen Ziele auch umsetzt

Ich fühle, es wird langsam Zeit für mich zu gehen. Ich werde aber nicht untätig auf das Ende warten. Je nach meinem Zustand werde ich selbstbestimmt das Ende setzen.

Ich fragte Dich: „Was soll ich tun?“ Und Du sagtest: „Laechle und sei froh, es koennte schlimmer kommen.“ Und ich laechelte und war froh, und es kam schlimmer. Das Jahr 2018

Nachdem das grosse Promisterben zurueckgegangen ist und (wissentlich) keine suessen Vierbeiner und Aehnliches gestorben sind, meinte das Schicksal dafuer im privaten Umfeld mal wieder die Sense zu schwingen. Is voellig in Ordnung, bin ja noch nicht am Ende der Belastungsgrenze angekommen.
Ich empfinde nur eine kalte, schwelende und staetig wachsende Wut auf das Leben.
Aber Schicksal, ich hab eine echt schlechte Nachricht fuer Dich:

DU KRIEGST MICH NICHT UNTER!

Trotzdem, unter dem Strich ein Scheissjahr.

Da mein Plan A (Vernichtung der menschlichen Weltbevoelkerung) noch immer nicht real wurde, da sich unverstaendlicher Weise noch immer keine grosse Atommacht bereit erklaert hat, mich zu ihrem Praesidenten zu kueren, laeuft nun Plan B:

Ich investiere immer mehr in elektronische Geraete, die Ressourcen und Energie verbrauchen. Ich krieg den Planeten kaputt, langsam aber stetig…

Dingsdabumsda des Jahres:

Video – Skating Polly – Stop Digging (Official Video)

Konzert (war ja nur auf Einem):

Entdeckung der Lebensfreude und des Ausdrucks: Ellie Goulding

Lied: MASQUERADE : Panic Paranoia

Photo:

Idiot: Donald Trump (Wiederholungstaeter)

Porno: Angela White Playing with BBC – Frau, kann die was einstecken.

Taenzerin: Lindsey Stierling (Wiederholungstaeterin)

Pornoseite: pornhub.com

Hasse ich das Leben oder es sich selbst? Unicef-Foto des Jahres

Sexiest woman alive: Miley Cyrus

Kuenstler: Skating Polly

Streamingtip:

Manchmal still, oefters schreiend, niemals sanft, immer nachdenklich, klug.
Auf grossem TV sehen, wg. der genialen Szene mit dem Giganten aus dem Meer.

„Alle Dinge die auf dieser Welt leben, sterben. Deshalb musst Du Dich am Leben erfreuen, solange Du die Zeit dazu hast und nicht das Ende fuerchten. Fuerchtest Du das Ende, verweigerst Du das Leben. Das Ende gehoert zum Leben. Kannst Du dies annehmen?“

Aussage zur Zukunft:

Bis 21:30

Vinyl: Skating Polly/The big fit

Begleitender Song:

Comic: Watchmen (Original Englisch)

Zitat:

Jede Generation hat die verdammte Pflicht diesen Planeten beim Sterben besser zurueckzulassen, als sie ihn bei der Geburt vorgefunden hat. / mem

Flop:

DSA 5.0 (Das Schwarze Auge). Nur noch Kommerz, die Buecher werden in Scheibchen geschnitten, so dass Du viel mehr kaufen musst als frueher. Eine Runde aufgeloest, die Andere liegt in den letzten Zuegen. Gerade den zweiten grossen Stapel verkauft, hab dadurch schon fast 800,- eingenommen.

Chica: Taylor Momsen

Was war:

Krebs, Krebs und Krebs. Ein aus dem Ruder geratener US-Praesident, ein amoklaufender Tuerkischer Praesident, diverse weitere Groessenwahnsinnige in der Politik, Krebs, Meltdown, Spectre 1 – 32785, Krebs. Freunde enttaeuschten. In der Musik? Ausser Skating Polly nix aufregendes Neues. Hier ein neues Video, dort Blubberlutsch. Krebs.
Bin dieses Jahr, obwohl gebucht und bezahlt, nicht in den Urlaub geflogen war aber ein WE in Berlin.
Microsoft is bei mir tot, Amazon liegt im Sterben. Bin komplett weg von Windows.
Ich hab mir ein Bett gekauft.
DSA ist tot.

Amuesanter Rueckblick auf Facebook 2018

Kommentar auf heise.de

Was ist:

Ich vergebe, aber ich vergesse nicht.
Ich habe min. drei Online StalkerInnen, mit IgittPhone, Galaxy S8 und Windoof 8.1 mit Opera (selten sowas).
Habe aber zum Glueck auch meine drei Schnuffies fuer Herrchen.

Ich bin alt, trage beim Lesen ne Brille und hoer Bremen Eins.
Der 3.000 Blogbeitrag, ein Gastbeitrag aus Berlin.
Alle EDV Geraete auf English umgestellt.

Necrolog:

Geringfuegig mehr als letztes Jahr.

Endspurt!
Amos Oz: Ein Leben für Literatur und Verstaendigung
Ich sag ja, Endspurt: Simcha Rotem
Wir setzen zum Endspurt an: F. W. Bernstein
Stefanie Tuecking
„Sagen, was ist, ob es gefällt oder nicht, dies war sein Prinzip.“
Der letzte Tango in Paris ist getanzt
Seit vorgestern tragen die Gondeln zweimal Trauer
Stan Lee, 95, Erfinder phantastischer Geschichten und Geschoepfe
Paul Allen
(K) Ein ausgekochtes Schlitzohr mehr: Burt Reynolds
Carl-Dieter Heckscher (Dieter Thomas Heck)
Streiter für den Frieden – Nachruf Uri Avnery
Nachtrag – Kofi Annan
Aretha Louise Franklin
Die Tuer oeffnet sich nun nicht mehr
Good morning Vietnam!
Ganz rechts
Christine Noestlinger
Steve Ditko (Spider-Man-Mitschoepfer)
Heute ist ein schlechter Tag!
Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh Freiherr von und zu Guttenberg
Wie schon mal gesagt: Die Besten sterben (nicht immer jung)
Loesch dich aus den sozialen Netzen! / Internet-Pionier Lanier (Friedenspreistraeger von 2014)
„Wie ist Ihr Name?“ „Bond, James Bond“
Einer der ganz grossen Theoretiker: Elmar Altvater
Nachruf auf Philip Roth
Die guten sterben nicht nur jung
Ein paar Vinylscheiben von Ihr hab ich, mehr werden es gezwungener Massen nicht: Rose Laurens
Aus der Tastatur ergab sich alles – Rick Dickinson
Kein Mini-Me mehr
Er fliegt nicht mehr (ueber das Kuckucksnest)
Peter Gruenberg „Erfinder“ der winzig Speichermedien
Mag jede/r von ihr halten was er/sie will – Winnie Madikizela-Mandela
Sheldon fehlt nun ein Idol – Stephen Hawking
Die Pause ist (endgueltig) zu Ende – Siegfried Rauch, mehr als der Traumschiffkapitaen
Grenzen ueberschreiten, im Gespraech bleiben, auch wenn ich nicht Glaube, ein Nachruf
Sag ja, die Quote wird diese Jahr besser: John Perry Barlow
2018 wird ein guter Jahrgang
Letztes Jahr war ja mau – Rolf Schafstall
Oh (not) Happy Day
Eine der interessantesten Stimmen schweigt nun – Dolores O’Riordan
Ella (France Gall) hat es nie wieder
Lange Zeit war keine/r oefters im Weltall

Was wird:

Wandere aus, (kein) sorry, Fresse dick. Ihr sterbt alle, Euch geht es dreckig, Ueberwachungsstaat par excellence (in einigen Bundeslaendern kann ein Polizist Dich jetzt fuer Wochen unter Arrest setzen, wen er glaubt, Du koenntest irgendwann mal ne Straftat begehen), Laender-/Bundestrojaner.
Mein Spanisch hakelt ein wenig, mein Franzoesich wird stetig besser, mein Englisch is eh i. O., muss nur fluessiger werden. Kann drei Berufe.
Werde noch ne Totenfeier zum 50sten machen, is auch gleich ne Abschiedsparty.

Was bleibt:

Wenn Ihr meinen Blog fuer zu pessimistisch haltet, beachtet: Fuer Tatsachen kann ich nix, ich bin nur der Chronist der Zeit.

Zuletzt:
– Lebe wild und gefaehrlich!
– Bleib Du selbst!
– Steh immer wieder auf!
– Du kannst nicht jeden Kampf gewinnen, aber Du kannst es versuchen!
– Lerne! Wissen ist Macht!
– Du musst die Vergangenheit kennen, um die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft zu veraendern!

Und: Fickt Euch alle!

Mit demokratisch-links-sozialen-unzensierten-o-matischen Gruessen entlasse ich Euch in 2019.

Ein Vorruf, ein Vorruf?

Mein Bruder (biologisch mein Halbbruder, psychologisch mein Bruder) hat Krebs. Auch wenn wir definitiv unterschiedlich Entwicklungen haben (er Anzugtraeger, ich halt Punk), hatten wir immer Kontakt. Er ist vor 68 geboren, ich danach, unsere Mutter war Erzieherin, ich bin GANZ ANDERS erzogen worden) Er war IMMER fuer mich da, wenn ich seine Hilfe brauchte. Wir haben viele Heilgabende mit Bourbon und Bier und 80er Filmen verbracht.
Die Aerzte sagen, sie schneiden ihn nicht mehr auf, ist zu fortgeschritten. Wenn die Chemotherapie anschleagt (verzoegernd) hat er noch 2-3 Jahre, wenn nicht ein halbes Jahr (Stand vor einem Monat).
Er hat immer seine Familie geliebt, seine Kinder waren heilig. Seine Ex-Frau dated er jetzt wieder, egal welchen Scheiss ich machte, nen Hunnie hat er mir ueberwiesen, Muttern? Ihren Abgang zu begleiten haette ich ohne ihn nicht ueberlebt.
Eigener Kinderwunsch? Ich “musste” jahrelang seine Toechter sitten und war also “befriedigt”. Er wird fehlen, und leider koennen wir anfangen die Tage zu zaehlen. Auch wenn ich mich wiederhole:
Das Leben ist scheisse und ich hasse Euch alle!
Er wird eine Luecke hinterlassen, die keine/r von Euch schliessen kann.
Vor Kurzem sagte ich ihm: “Du warst immer nen feiner Kerl.”

In diesem Sinne, Ebu: “Ich find das voll scheisse, dass Du gehst!”

Meine Sehnsucht…

Es ist das Gegenteil eines Paradoxiums, es bedingt sich. All das, was ich bin, was ich kann, weiss, verkoerpere, all das, all das erreiche ich durch eine unstillbare Sehnsucht, Sehnsucht nach Fremde und der Ewigkeit, Unendlichkeit in meiner Hand.
Mein Leben, das ich ausserhalb meiner Schmerzen so sehr geniesse, haette ich nicht, wenn die Schmerzen nicht gewesen waeren, wenn sie nicht mein permanenter Begleiter waeren.

Du kannst nur gluecklich sein, wenn du ungluecklich bist / A. M. ueber M. E. M.